Das Schulleben besteht nicht nur aus Unterricht. Bei Projekten und Exkursionen wird erlernten Wissen aus Naturwissenschaft, Kultur und Geschichte praktisch angewendet. Das fördert nicht nur das Verständnis für den Unterrichtsstoff, sondern stärkt auch den Zusammenhalt in der Klasse und motiviert zum Weiterlernen.
Einige unserer Projekte stellen wir hier vor.

Mehr Nachhaltigkeit im beruflichen Alltag – wie das gehen kann, war Thema eines Projekttages am 2. Juli 2026 im Beruflichen Schulzentrum 1 der Stadt Leipzig. Rund 80 Auszubildende der Berufe Bankkaufmann/Bankkauffrau sowie Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen nahmen daran teil.
Bedeutung von Nachhaltigkeit für den Berufsalltag und der Beitrag des Einzelnen
Im Mittelpunkt des Projekttages "Nachhaltigkeit im Berufsalltag – Ideen für Banken und Versicherungen" stand die Frage, welche Bedeutung Nachhaltigkeit für den Berufsalltag in Banken und Versicherungsunternehmen hat und wie nachhaltiges Handeln konkret umgesetzt werden kann. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit der weltweiten Verteilung natürlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ressourcen. Sie untersuchten, welchen Beitrag jede Person durch das eigene Konsumverhalten, den Umgang mit Energie und Materialien sowie durch bewusste finanzielle Entscheidungen leisten kann.
Verantwortung von Banken und Versicherungsunternehmen
In Arbeitsgruppen entwickelten die Auszubildenden praktische Ideen für mehr Nachhaltigkeit im beruflichen Alltag. Gleichzeitig wurde thematisiert, welche Verantwortung Banken und Versicherungsunternehmen bei der Finanzierung nachhaltiger Projekte, bei der Gestaltung von Geldanlagen, bei der Beratung ihrer Kundinnen und Kunden sowie beim Umgang mit betrieblichen Ressourcen übernehmen. Die erarbeiteten Ergebnisse wurden anschließend präsentiert und im Plenum diskutiert. Darüber hinaus waren auch Ausbilderinnen und Ausbilder vertreten, sodass die Inhalte aus schulischer und betrieblicher Perspektive betrachtet und diskutiert werden konnten.
Beteiligte Institutionen
Fachlich begleitet wurde der Projekttag vom Projekt Nachhaltigkeit in Versicherungs- und Beratungsberufen (NaVeBb), der Uni Rostock, der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit und dem Bildungswerk der Versicherungswirtschaft (BWV).
Katharina Lukas, Lehrerin


Nachdem die angehenden Steuerfachangestellten im April 2026 ihre schriftlichen Abschlussprüfungen absolviert haben, fehlen lediglich die mündlichen Prüfungen zum erfolgreichen Berufsabschluss. Zur Unterstützung der Vorbereitung auf die mündlichen Prüfungen fand eine gemeinsame Studienfahrt statt.
Vorbereitung auf Prüfungssituationen
Anfang Juni 2026 fuhren knapp 40 Auszubildende und ihre Fachlehrkräfte für eine Woche in die Mecklenburgische Seenplatte. Auf der Hinfahrt erhielten die Auszubildenden komplexe Prüfungssituationen, auf die sie sich in Kleingruppen vorbereiteten. Fernab der Schulbänke wurde die mündliche Prüfung im Ferienresort Van der Falk in Linstow geübt. Durch den gemeinsamen Austausch konnten die Auszubildenden ihr umfangreiches Wissen in einem neuen Umfeld vertiefen und festigen.
Radtour, Schwimmen, Minigolf: Gemeinsam aktiv sein
Die Studienreise war jedoch nicht allein geprägt vom Lernen, sondern bot viele zusätzliche Aktivitäten. Je nach Interesse unternahmen die angehenden Steuerfachangestellten gemeinsam eine Radtour oder gingen zusammen joggen. Außerdem nutzten sie die vielfältigen Möglichkeiten der Unterkunft, indem sie das Schwimmbad besuchten oder eine Partie Minigolf spielten. Die Abende verbrachten die Auszubildenden in geselliger Runde, sie kochten gemeinsam und hatten viel Spaß mit Gesellschaftsspielen in ihren Ferienhäusern.
Ausflug nach Warnemünde
Am vorletzten Tag fuhren alle Auszubildenden gemeinsam nach Warnemünde. Nach einem Stadtbummel und Café-Besuchen, wurde die Zeit für einen Strandspaziergang oder zum Abkühlen in der Ostsee genutzt. Den Abschluss bildete der gemeinsame Bowlingabend.
Wir hoffen, dass die schönen Erlebnisse auf der Studienfahrt einen gebührenden Abschluss der drei Ausbildungsjahre am BSZ 1 gebildet haben und unseren Azubis in guter Erinnerung bleibt.
Anabelle Mehnert, Referendarin
Am 6. Mai 2026 hatte das Berufliche Schulzentrum 1 Wirtschaft und Verwaltung Leipzig die Ehre, Herrn Prof. Dr. Eifert, Richter des Bundesverfassungsgerichts, für eine spannende Podiumsdiskussion zu begrüßen. Die Veranstaltung richtete sich an die Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums sowie an Klassen der Steuer- und Rechtsanwaltsfachangestellten und bot den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, tiefere Einblicke in die Welt des deutschen Rechtssystems zu erhalten.
Vom Arbeitsalltag eines Richters bis zum Einsatz von KI im Rechtssystem - spannende Themen standen zur Diskussion
Prof. Dr. Eifert stellte sich den zahlreichen Fragen der Schüler, die großen Wert auf die praktischen Aspekte seiner Arbeit legten. Besonders interessiert waren sie an den Zuständigkeiten und dem Arbeitsalltag eines Bundesverfassungsrichters.
Ein weiteres Thema war die Rolle internationaler Schiedsgerichte. Prof. Dr. Eifert erläuterte deren Bedeutung im globalen Rechtssystem und welche Herausforderungen sich dabei ergeben.
Die Schüler interessierten sich auch für potenzielle Vereinfachungen im Steuerrecht, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsverhältnis zur Einzelfallgerechtigkeit.
Die Frage nach dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im Rechtssystem erwies sich als besonders relevant. Der Bundesverfassungsrichter betonte, dass der verantwortungsvolle Umgang mit KI essenziell sei.
Ein weiterer spannender Punkt war der Vergleich zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Rechtssystem. Prof. Dr. Eifert erläuterte die wesentlichen Unterschiede und ging auf die Auswirkungen dieser Unterschiede auf die Rechtspraxis ein.
Zusätzlich wurde das Recht auf informationelle Selbstbestimmung besprochen, das in der heutigen digitalen Welt von wachsender Bedeutung ist. Hierbei ging es insbesondere um die Herausforderungen, die sich im Zeitalter von Social Media ergeben.
Ein Dankeschön an alle Beteiligten
Die Veranstaltung war nicht nur informativ, sondern regte auch zum Nachdenken an. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, ihre Perspektiven und Anliegen zu teilen, und erhielten wertvolle Einblicke in die vielschichtigen Themen des Rechts. Ein herzliches Dankeschön an Herrn Prof. Dr. Eifert, Richter des Bundesverfassungsgerichts, für seine inspirierenden Ausführungen, an die Moderatoren Emily Lajeunesse und Nikos Schlieder (Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums) für die Vorbereitung und Durchführung der Podiumsdiskussion sowie an alle Teilnehmer für ihr Engagement.
Norman Bochmann, Lehrer

Im März 2026 hieß es für zehn unserer Schülerinnen und Schüler (Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung sowie Immobilienkaufleute): Koffer packen und auf in den hohen Norden! Ziel unserer Erasmus+-Reise war die finnische Hauptstadt Helsinki, wo wir eine Woche lang den gewohnten Klassenraum gegen die moderne Atmosphäre des Business College Helsinki eintauschten.
Hilfsbereitschaft nach dem Motto "Pay it forward"
Im Zentrum unseres Aufenthalts stand das inspirierende Motto "Pay it forward" – ein Konzept, bei dem es darum geht, Gutes zu tun und diese Hilfsbereitschaft an andere weiterzugeben, ohne eine direkte Gegenleistung zu erwarten.
In verschiedenen Seminaren an der Business School lernten wir nicht nur die theoretischen Grundlagen sozialer Verantwortung kennen, sondern konnten diese auch direkt in der Praxis erleben.
Selbst aktiv werden
Besonders beeindruckend waren die Einblicke in ein lokales Unternehmen, das sich aktiv für die Unterstützung von Obdachlosen einsetzt und ihnen neue Perspektiven bietet. Auch wir selbst wurden aktiv: Bei einer gemeinsamen Aktion verzierten wir Muffins für Kinder und erfuhren hautnah, wie viel Freude kleine Gesten bewirken können.
Stadtrundgang, Naturerlebnisse und Eishockey
Neben der Projektarbeit kam natürlich auch die finnische Kultur nicht zu kurz. Wir erkundeten die Stadt und besuchten das berühmte Olympiastadion, von dessen Turm aus wir einen fantastischen Ausblick über ganz Helsinki genossen.
Ein echtes Highlight war die Fahrt mit der Fähre zur Festungsinsel Suomenlinna – ein besonderes Erlebnis, da wir uns den Weg durch die gefrorene Ostsee bahnen mussten. Um die finnische Natur in ihrer vollen Pracht zu erleben, besuchten wir zudem eine Rentierfarm und ließen uns abends von der mitreißenden Stimmung bei einem typisch finnischen Eishockeyspiel begeistern.
Ausflug nach Tallin als krönender Abschluss
Zum krönenden Abschluss unserer Reise wagten wir einen Blick über die Grenze und fuhren mit der Fähre nach Tallinn. In der mittelalterlichen Altstadt der estnischen Hauptstadt ließen wir die ereignisreiche Woche gemeinsam Revue passieren. Wir kehren mit vielen neuen Eindrücken, neuen Freundschaften und der Motivation zurück, den "Pay it forward"-Gedanken auch in unseren eigenen Schulalltag zu integrieren.
Kiitos [Übersetzung: Danke], Helsinki – es war eine unvergessliche Zeit!
Niklas Kölling, Klasse IMM24a