Das Berufliche Schulzentrum 1 Leipzig nimmt am Erasmus+-Programm teil, einem Förderprogramm der Europäischen Union zur Unterstützung von Auslandsaufenthalten und internationaler Zusammenarbeit unter anderem im Bereich Bildung. So bieten wir unseren Auszubildenden beispielsweise die Möglichkeit für ein Praktikum im europäischen Ausland.
Wir möchten unsere Auszubildenden auch auf die Herausforderungen des europäischen und internationalen Arbeitsmarktes vorbereiten und ihre persönliche Entwicklung fördern. Auslandspraktika in Europa sind dafür bestens geeignet. Über das Erasmus+-Programm können sie finanziell gefördert werden.
Unser Erasmus+-Programm eignet sich für Sie, wenn:
Wir bieten regelmäßige Informationsveranstaltungen zu unseren Mobilitätsvorhaben an. Die Ankündigungen finden Sie unter "Aktuelles" oder als Aushang im Schul-Eingangsbereich Crednerstraße.
Anfragen stellen Sie bitte an den Fachleiter für Internationales, Tim Heppner (E-Mail: t.heppner(at)bsz1.lernsax.de).

Welchen Beitrag Sozial- und Privatversicherungen zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten können und wo die Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland liegen, war die zentrale Fragestellung einer durch Erasmus+ geförderten Schülerreise nach Wien. Zu zwölft (7 Kaufleute für Versicherung und Finanzen sowie 5 Sozialversicherungsfachangestellte) besuchten wir gemeinsam mit unseren Lehrkräften Katharina Lukas und Kristin Betke vom 20. bis 25. September 2026 die kaufmännische berufsbildende Schule BHAK Wien 22, eine Partnerschule des BSZ 1 Leipzig.
Montag: Kennenlernen und Nachhaltigkeitsziele
Unsere Woche startete mit einer Willkommens- und Kennlernrunde an der Schule BHAK 22. Im Anschluss haben wir die Sustainable Development Goals (kurz SDG), also die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen vorgestellt bekommen. Diese wurden 2015 von allen 193 UN-Mitgliedsstaaten beschlossen. Sie umfassen unter anderem die Bekämpfung von Armut und Hunger, die Förderung von Gesundheit und Wohlergehen, die Verringerung von Ungleichheiten und den Klimaschutz. Ziel ist es, eine sozial gerechte, wirtschaftlich tragfähige und ökologisch nachhaltige Entwicklung weltweit zu fördern.
In der darauffolgenden Stadtrallye haben wir verschiedene Orte in Wien erkundet, welche alle im Bezug zu den SDG stehen, zum Beispiel die Universität Wien, das Parlament, der Justizpalast oder der Platz der Menschenrechte. Die Stadtrallye verdeutlichte uns, dass Nachhaltigkeit weit über den Umwelt- und Klimaschutz hinausgeht. Auch Bildung, Rechtsstaatlichkeit, Chancengleichheit und gesellschaftliche Mitwirkung sind wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige Gesellschaft.
Dienstag: Besuch der vereinten Nationen in Wien
Am Dienstag besuchten wir das Vienna International Centre, den Standort der vereinten Nationen in Wien und haben dort eine Führung bekommen. Wien ist einer von weltweit vier Hauptsitzen der vereinten Nationen, welcher von allen 193 Mitgliedsstaaten getragen und finanziert wird. Zu den Aufgaben der ansässigen Organisationen gehören unter anderem friedliche Nutzung der Atomenergie, Abrüstung, Kriminalitäts- und Drogenbekämpfung, die industriellen Entwicklung und Weltraumfragen. Dabei fokussieren sie sich auf die Thematik der Technologie & Wissenschaft, Sicherheit und der Nachhaltigkeit.
In Gruppen überlegten wir, wie Einzelpersonen, Sozialversicherungen und private Versicherungen zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen können. Als Beispiel hielten wir fest, dass Einzelpersonen bewusster konsumieren können, während Versicherungen nachhaltige Projekte fördern und soziale Sicherheit gewährleisten können. Durch die Diskussion wurde uns bewusst, dass jeder Einzelne einen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft leisten kann. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es dafür auch das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Einrichtungen braucht. Besonders wichtig sind dabei langfristige Lösungen, die sowohl die Umwelt schützen als auch soziale Gerechtigkeit und gleiche chancen für alle Menschen fördern.
Mittwoch: Projektarbeit und Besuch des FLiP
Am Mittwochvormittag bereiteten wir unsere Präsentationen vor. Insgesamt gab es fünf Gruppen, die jeweils ein eigenes Thema bearbeiteten: Mobilität, Klimaschutz, Gerechtigkeit, Ernährung und Armut. Jede Gruppe hatte die Aufgabe, die jeweils relevanten Nachhaltigkeitsziele vorzustellen und die Situation in Wien und Leipzig miteinander zu vergleichen.
Am Nachmittag besuchten wir den Financial Life Park (FLiP). Dort haben wir durch eine interaktive Tour den Umgang mit Geld und Budgetplanung und Wirtschaft nähergebracht bekommen. An den verschiedenen Stationen gab es verschiedene Aufgaben, durch welche man selbst ein Gefühl für den Umgang mit Geld bekommen sollte.
Donnerstag: Präsentation der Projektarbeit und Verabschiedungen
Am Donnerstag stellten die fünf Gruppen ihre erarbeiteten Ergebnisse vor. Besonders wertvoll war der Austausch darüber, welche Herausforderungen in beiden Ländern bestehen und mit welchen Maßnahmen ihnen begegnet werden kann. Auch der Vergleich zwischen dem BSZ 1 und der BHAK Wien 22 bot die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven aus dem deutschen und österreichischen Bildungssystem kennenzulernen.
Unvergessliche Erfahrungen
Die Woche in Wien hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, über den eigenen Blickwinkel hinauszuschauen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und sich mit den Herausforderungen einer nachhaltigen Zukunft auseinanderzusetzen. Neben den fachlichen Erkenntnissen konnten wir auch unsere Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und interkulturellen Kompetenzen stärken. Die Erfahrungen aus Wien nehmen wir sowohl für unsere weitere Ausbildung als auch für unseren persönlichen Alltag mit.
Nele Meister, Klasse SVF25a

Im März 2026 hieß es für zehn unserer Schülerinnen und Schüler (Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung sowie Immobilienkaufleute): Koffer packen und auf in den hohen Norden! Ziel unserer Erasmus+-Reise war die finnische Hauptstadt Helsinki, wo wir eine Woche lang den gewohnten Klassenraum gegen die moderne Atmosphäre des Business College Helsinki eintauschten.
Hilfsbereitschaft nach dem Motto "Pay it forward"
Im Zentrum unseres Aufenthalts stand das inspirierende Motto "Pay it forward" – ein Konzept, bei dem es darum geht, Gutes zu tun und diese Hilfsbereitschaft an andere weiterzugeben, ohne eine direkte Gegenleistung zu erwarten.
In verschiedenen Seminaren an der Business School lernten wir nicht nur die theoretischen Grundlagen sozialer Verantwortung kennen, sondern konnten diese auch direkt in der Praxis erleben.
Selbst aktiv werden
Besonders beeindruckend waren die Einblicke in ein lokales Unternehmen, das sich aktiv für die Unterstützung von Obdachlosen einsetzt und ihnen neue Perspektiven bietet. Auch wir selbst wurden aktiv: Bei einer gemeinsamen Aktion verzierten wir Muffins für Kinder und erfuhren hautnah, wie viel Freude kleine Gesten bewirken können.
Stadtrundgang, Naturerlebnisse und Eishockey
Neben der Projektarbeit kam natürlich auch die finnische Kultur nicht zu kurz. Wir erkundeten die Stadt und besuchten das berühmte Olympiastadion, von dessen Turm aus wir einen fantastischen Ausblick über ganz Helsinki genossen.
Ein echtes Highlight war die Fahrt mit der Fähre zur Festungsinsel Suomenlinna – ein besonderes Erlebnis, da wir uns den Weg durch die gefrorene Ostsee bahnen mussten. Um die finnische Natur in ihrer vollen Pracht zu erleben, besuchten wir zudem eine Rentierfarm und ließen uns abends von der mitreißenden Stimmung bei einem typisch finnischen Eishockeyspiel begeistern.
Ausflug nach Tallin als krönender Abschluss
Zum krönenden Abschluss unserer Reise wagten wir einen Blick über die Grenze und fuhren mit der Fähre nach Tallinn. In der mittelalterlichen Altstadt der estnischen Hauptstadt ließen wir die ereignisreiche Woche gemeinsam Revue passieren. Wir kehren mit vielen neuen Eindrücken, neuen Freundschaften und der Motivation zurück, den "Pay it forward"-Gedanken auch in unseren eigenen Schulalltag zu integrieren.
Kiitos [Übersetzung: Danke], Helsinki – es war eine unvergessliche Zeit!
Niklas Kölling, Klasse IMM24a