- so hieß der Doku- mentarfilm, dessen Vorpremiere wir, Schüler der Klassen E 09b und E10c am 12.06.2012 im Zeitgeschichtlichen Forum verfolgen durften.

 

Es war ein emotional ergreifender Film, welcher die Verarbeitung des nationalsozialistischen Familienerbes der einzelnen Persönlichkeiten veranschaulichte. Jeder der Protagonisten zeigte in dieser Dokumentation, welchen Weg man einschlagen kann, um die schwere Last der Vergangenheit tragen zu können. Aus den gegebenen Interviews, die wichtiger Teil des Films waren, wurde nachdrücklich deutlich, dass nicht nur „prominente“ Familienerben sich fragen müssen: „Was haben zum Beispiel meine Urgroßeltern in den Zeiten des nationalsozialistischen Regimes gemacht?“ oder „Wer hat aus meiner Familie versucht, den Nationalsozialismus zu boykottieren?“.

Unter der Leitung von Dr. Katja Wildermuth, Redakteurin des MDR, und zwei der Protagonisten des Films, Niklas Frank und Rainer Höß, fand anschließend eine Diskussion statt. Auch wir Schüler stellten Fragen. Niklas Frank ist der Sohn von Hans Frank. Der Vater war in der Zeit von 1939 bis 1945 Generalgouverneur in Polen und somit an vielen grausamen Kriegsverbrechen beteiligt. Niklas Frank wurde auch bekannt durch das Buch „ Mein Vater, der Nazimörder“ und stieß damit eine gesellschaftliche Debatte über die Verbrechen des Nazi-Regimes an. 

Eine ebenso schwere Last trägt Rainer Höß, denn dieser ist Enkel von Rudolf Höß, dem Kommandanten des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Er muss nun im übertragenen Sinne die Verbrechen in Auschwitz verarbeiten. Der Großvater von Rainer Höß trug maßgeblich Verantwortung an der Ermordung von mehr als 1 Million Menschen, vor allem europäischer Juden. Diese Filmpremiere sollte einen Impuls zum Nachdenken über „Vergessenes“ geben. Wir Schüler waren besonders von der Filmszene in Auschwitz ergriffen. Denn an dieser Stelle begegneten sich Rainer Höß und israelische Schüler, welche kritische Fragen an Rainer Höß stellten und somit seinen Großvater anprangerten. Eine der Schülerinnen stellte sich selbst als Nachkomme einer den Holocaust überlebenden Familie vor. Aber auch die immer wieder gestellte Frage nach der Schuld der Nachgeborenen wurde zum Gegenstand der Diskussion. Rainer Höß brachte diese Debatte gut auf den Punkt – nicht Schuld steht für die Nachgeborenen im Vordergrund, sonder Scham vor den Gräueltaten und Scham vor diesem dunklen Kapitel unserer Geschichte. Daraus kann nur Verantwortung erwachsen, selbst einen Beitrag zu leisten, damit so etwas nie wieder geschieht. Niklas Frank spricht oft vor Schülern und führt diese Debatte mit seinem Vater jeden Tag aufs Neue.

Nach der Fragerunde, wurde die Vorstellung mit einem kräftigem Applaus beendet. Anschließend gab es Gelegenheit, diesen historischen Event mit den Protagonisten Herrn Frank und Herrn Höß fotografisch festzuhalten. Wir meinen, dass es viele positive Auswirkungen hätte, wenn eine derartige Veranstaltung oder eine Buchlesung von beispielsweise Herrn Frank an unserem Berufsschulzentrum durchgeführt werden könnte. Damit auch wir, die indirekte Nachfolgegeneration, uns die negativen Auswirkungen des NS- Regimes nochmals vor Augen führen können und weiterhin unser Bewusstsein für die Aktualität von Rechtsextremismus sensibilisieren. Romy Boyde, Sarah Tales (E 10c)

 

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