Mahnwache an den von unserer Schule 2009 gespendeten Stolpersteine
für Ludwig und Olla Bamberger

Am Mittwoch den 09.11.16 trafen wir uns früh in Markkleeberg in der Hauptstraße 3, dem letzten freiem Wohnort der Familie Bamberger und hielten eine Mahnwache, zum Gedenken an die, dem Holocaust zum Opfer gefallenen, jüdischen Kaufleute Olla und Ludwig Bamberger. 

Wir säuberten beide Steine, legten vor Ort weiße Rosen nieder und hielten eine Mahnwache. Anschließend fuhren wir zum Augustusplatz um uns das Kaufhaus der Familie Bamberger anzusehen.

Dieses Kaufhaus Bamberger & Hertz wurde durch einen Brand, der in der Reichspogromnacht in der Nacht vom 9.11.-10.11.1938 von den Nationalsozialisten gelegt wurde, zerstört. Die Gebrüder Bamberger wurden beschuldigt, ihr Kaufhaus selbst entzündet zu haben. In Folge der Beschuldigung der vorsätzlichen Brandstiftung musste die Familie den Wiederaufbau des als Königsbau bekannten Geschäftshauses allein finanzieren.

Die Familie Bamberger war damit vollkommen mittellos und hatte somit keine finanziellen Möglichkeiten die Flucht zu ergreifen. Auch am Kaufhaus befindet sich eine Gedenktafel für die Familie.

Die Eheleute Olla und Ludwig Bamberger wurden in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

Ludwig Bamberger verstarb dort 1943. Olla Bamberger wurde hingegen weiter nach Auschwitz verschleppt und kam 1944 dort ums Leben. Ihre zwei Kinder überlebten. Der Sohn Henry absolvierte glücklicherweise zu diesem Zeitpunkt eine Lehre in der Schweiz. Seine Schwester konnte 1939 durch einen Kindertransport nach England (im Alter von 11 Jahren) gerettet werden. Der Bruder von Ludwig, Gustav Bamberger, versuchte in Berlin unterzutauchen, was ihm jedoch nicht gelang. Er wurde 1942 in ein Vernichtungslager
bei Riga deportiert und ist seitdem verschollen.

Wir machten uns weiter auf den Weg zur ehemaligen Hauptsynagoge in der Gottsched Straße, die ebenfalls den Flammen zum Opfer fiel und seither eine Gedenkstätte mit Stühlen ist. Dort hielten wir noch eine Gedenkminute für alle jüdischen Opfer, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurde.                   

Klasse E15d und J. Müller

 

 

 

 

 

 

Berufliches Schulzentrum 1

der Stadt Leipzig

 

 

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