Ein Projekt der Klasse E13d

Stolpern über die Erinnerung – so lautet das Motto der so genannten „STOLPERSTEINE",
die an verschieden Orten der Stadt verlegt werden.

Dem Engagement ehemaliger Einzelhändler – Klassen ist es zu verdanken, dass dieses Ge-
denken an Opfer des Nationalsozialismus auch ein Teil unserer Schulkultur ist. Damit diese
Kultur lebendig bleibt begab sich die Klasse E13d am 4.12.2015 auf die Spuren jüdischer
Geschichte in Leipzig. In Gruppen suchten wir einen Bezugsort zum unserem Vortragsthema
in der Leipziger Innenstadt aus.
Mithilfe von Vorträgen an den gewählten Orten erlebten wir die Verbindung zwischen
Geschichte und der heutigen Zeit. Wir erfuhren u.a. etwas über das Kaufhaus Bamberger,
das Ariowitschhaus die Brody Synagoge und einzelne Stolpersteinschicksale.

 

 

Stolpersteine Humboldstraße 23

Seit April 2006 erinnern u.a. in Leipzig die so genannten „Stolpersteine" an verschiedenen Orten an ehemalige Bewohner der Stadt, die vom Nazi-Regime verfolgt, deportiert und schließlich zu Tode gekommen sind. „Wer den Namen des Opfers lesen will, muss sich herunterbeugen. In diesem Moment verbeugt er sich vor ihm" (Gunter Demnig Künstler und Initiator der Stolpersteine). Demnig begann 1992 kleine Gedenktafeln aus Messing herzustellen, die Namen, Jahrgang und Schicksal der Betroffenen wiederspiegeln. Oftmals wurden die Werke in den Straßen, in denen die Opfer lebten, in Pflastersteine eingearbeitet, um an die Judenverfolgung zu erinnern. Beispiel für unser Projekt war die Humboldtstraße 23, in der zu Lebzeiten die achtköpfige Familie Berger lebte. Vater Moritz Berger stirbt im Alter von 34 Jahren im KZ Dachau. Die Mutter Sara Meta und die 6 Kinder Rosel, Esther, Samuel, David- Elias, Cilly und Mordechai werden im Mai 1943 nach Belzyce/Polen deportiert. Dort verliert sich ihre Spur. Ariowitschhaus Max Ariowitsch wurde am 26. September 1880 in Leipzig geboren und war einer der bekanntesten jüdischen Rauchwarenhändler in Leipzig. Er gründete eine Synagoge in der Färberstraße und baute auf dem von Julius Ariowitsch erworbenen Grundstück, ein Altersheim für orthodoxe Juden, in der damaligen Auenstraße. Während der Zeit des Nationalsozialismus, war das Ariowitschhaus ein Zufluchtsort für verfolgte Juden. Am 1. Oktober 1942 wurde das Altersheim von der Gestapo übernommen, und alle Bediensteten und Bewohner wurden am 29. Dezember 1942 in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Das Haus wurde im April 2006 umgebaut. Durch Schwierigkeiten beim Umbau konnte es aber erst am 15. Mai 2009 eingeweiht werden. Heute ist das Ariowitschhaus ein Kultur- und Begegnungszentrum, das vom Ariowitsch e.V. geleitet wird. Der Ariowitsch e.V. wurde von jüdischen und christlichen Bürgern aus Leipzig gegründet.

Das Kaufhaus Bamberger Der am Augustusplatz gelegene Königsbau (ehem. Bamberger Kaufhaus) ist heute das Verwaltungsgebäude der Uni Leipzig, zudem eine Niederlassung der Dresdner Bank und des Studentenwerks Leipzig.

Das erste Konfektionsgeschäft wurde 1876 von Vater Jacob und Mutter Frieda unter dem Namen „Bamberger und Hertz" eröffnet. Die 3 Söhne, Gustav, Ludwig und Heinrich übernahmen nach dem Tod von Jacob das Familienunternehmen und expandierten 1909 nach Leipzig. In der Nacht vom 09. Zum 10. November 1938 wurde das Kaufhaus von einem nazistischen Mob in Brand gesteckt. Die Brüder Bamberger wurden der Brandstiftung beschuldigt und zum finanziellen Wiederaufbau verantwortlich gemacht. Am 08. Dezember wurde die Firma aufgelöst. Ludwig und Gustav wurden am 11.November 1938 nach Buchenwald verschleppt. Gustav starb 1942 in einem Konzentrationslager bei Riga und Ludwig kam in Theresienstadt ums Leben.

Brodyer Synagoge

Die Brodyer Synagoge wurde nach Entwürfen von Georg Wünschmann 1898 erbaut.  Am 16.12.1901 wurde der Bauantrag für die Einrichtung eines Betsaals, dessen Entwürfe von Oscar Schade waren, gestellt. Dieser sollten den orthodoxen Juden dienen, die keinen Gottesdienst in der Leipziger Synagoge halten konnten.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Innenausstattung demoliert  und der Sakralraum entweiht. In ganz Deutschland wurden 1400 Synagogen, Betstuben, sonstige Versammlungsräume, tausende Geschäfte und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Die Brodyer Synagoge wurde nicht angezündet, weil sie sich in einem Wohnhaus befand. Danach wurde sie als Seifenfabrik benutzt.

Am 28.10.1945 wurde sie wieder eingeweiht und ist seitdem die einzige Synagoge Leipzigs.

Henriette Goldschmidt Schule

Henriette Goldschmidt, geb. Benas, war das sechste Kind eines jüdischen Kaufmanns und dessen Frau. Sie besuchte eine höhere Töchterschule, die sie mit 14 Jahren abschloss. Die Erfahrung, nach dem Abschluss auf dieser Schule nur mangelnde Bildungsmöglichkeiten zu haben, führe Henriette Goldschmidt dazu, sich für eine verbesserte Mädchenbildung einzusetzen.

1853 heiratete Henriette Goldschmidt ihren verwitweten Vetter, den Rabbiner Dr. Abraham Meyer Goldschmidt, mit welchem sie 1858 nach Leipzig zog. Dort angekommen begann sie sich zu einer richtigen Frauenrechtlerin und Pädagogin zu entwickeln. Gemeinsam mit drei weiteren Mitgliedern eines Frauenbildungsvereins gründete Henriette Goldschmidt den Allgemeinen Deutschen Frauenverein (ADF).

Mit Hilfe des Musikverlegers Henri Hinrichsen, der Henriette Goldschmidt finanziell unterstützte, gründete sie 1911 die „Hochschule für Frauen zu Leipzig", welche den Charakter einer staatl. Hochschule aufgriff und bald nationale und internationale Anerkennung erhielt. Auf dieser Schule sollten Frauen die Möglichkeit erhalten, eine weiterführende Ausbildung als Kindergärtnerinnen zu absolvieren. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde diese Schule zur heutigen „Henriette Goldschmidt-Schule" ernannt, die sich in Leipzigs Zentrum in der Goldschmidt-Straße befindet.   Henriette Goldschmidt starb im Alter von 95 Jahren und liegt auf dem alten jüdischen Friedhof im Leipziger Norden begraben.

Zentrale Bücherei für Blinde / Carlebachschule Im Zuge  unserer Recherchen kamen wir zu der Erkenntnis, dass die Zentrale Bücherei für Blinde, die in der Gustav-Adolf-Straße 7 in Leipzig befindet  eine zentrale historische Rolle in der jüdischen Kultur Leipzigs  spielt. Die Bücherei war früher eine höhere Israelitische Schule, danach trug sie den Namen Carlebachschule und später war sie das größte Judenhaus Leipzigs. Heute ist es die erste öffentliche Leihbücherei für Blinde, in der viele Ausstellungen über die SS-Zeit zu finden sind. Außerdem befindet sich vor dem Gebäude eine Gedenktafel für die Juden in Leipzig.

 

Berufliches Schulzentrum 1

der Stadt Leipzig

 

 

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