„Als [ich] aus unruhigen Träumen erwachte“ (Kafka, F., Die Verwandlung, Morsbach/Sieg, 1984), wusste ich nebst meinen Mitschülern, dass ich mir heute (20.9.18) die Uraufführung „Die Verwandlung“ von Franz Kafka im Theater der Jungen Welt ansehen werde: Das Werk Franz Kafkas aus dem Jahre 1912, ein vielseitig bekanntes Stück mit einem enorm großen Raum an Deutungsmöglichkeiten.
Gespannt auf eine neue Version der Interpretation sah ich mir das für eine Theateraufführung relativ kurzes Stück (1 St. 10 Min.) doch gerne an.
Ein Tuchhändler namens Georg Samsa erwacht eines Morgens unfreiwillig als eine fürchterliche Gestalt. Eingesperrt im Zimmer, versucht Samsa zum Beispiel, seinen Arbeitgeber zufriedenzustellen oder gar am Ende einfach nur zu überleben. Alles wird natürlich erschwert von seiner ja fast gefühllosen Familie. Dies sorgt natürlich für einen nahrhaften Boden diverser Probleme und, auch im weiteren Verlauf, für deutlich große Schneeballeffekte. Franz Kafka verbindet mit seiner Parabel geschickt Welten von Gefühlszuständen: von Neid, Habgier und Eifersucht zu Trauer, Wut und Mitleid.

So auch versuchte das Theater der Jungen Welt dies auf seine eigene experimentelle Art darzustellen. Die einzigartige Kooperation von Masken- und Bühnenbildern widerspiegelte die monotonen Leit- und Lebensformen der Familie Samsa. Dies erzeugte jedoch auf lange Sicht einen eher langweiligen Eindruck. Doch dem wurde wiederum mit musikalischen und kräftigen Zwischenfrequenzen entgegengesetzt! Als plötzlich „Work Bitch“ von Britney Spears in vollem und klangvollem Bass lief, war kaum ein Fuß im Taktruhestand. Nicht zu vergessen die perfekte schauspielerische Leistung, die das eigentliche Wesen von Kafkas Erzählung nahezu überwältigend darstellt. Um dem Ganzen ein Ende zu bereiten, kann ich nur sagen, dass ein Perspektivwechsel in klassischen Werken nicht schaden kann. Für die allseits bereiten und offenen Theatergänger ein empfehlenswerter Besuch: Theater der Jungen Welt mit Franz Kafka „Die Verwandlung“.

Laurin Sanllorente

 

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